Wer finanziert die Zivilgesellschaft?

Shownotes

"Was aktuell passiert, ist, dass Strukturen abgebaut werden, die teilweise über Jahrzehnte Stück für Stück aufgebaut wurden. Es ist extrem herausfordernd die großen Streichungen im öffentlichen Bereich zu füllen"

In dieser Folge sprechen Victoria Strachwitz und Michael Seberich mit Larissa Probst, Geschäftsführerin des Deutschen Fundraising Verbands, über die Finanzierungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft. Hierbei geht es neben der Frage nach staatlicher Finanzierung auch um das Spendenverhalten in Deutschland, sowie die Herausforderungen, die dieses mit sich bringt.

Unsere Argumentationshilfen:

  1. „NGOs leben nur von Steuergeld.“ – Das ist falsch. Rund 1/3 der Finanzierungen kommt aus der öffentlichen Hand. Der Rest sind Spenden, Beiträge, Stiftungen, Leistungsentgelte und noch viele weitere Finanzierungsmodelle.
  2. „Geld macht abhängig.“ – Ja, aber Vielfalt schützt. Wer einen Finanzierungsmix hat, ist balancierter unterwegs.
  3. „Meine kleine Spende bringt nichts.“ – Doch, die bringt auf jeden Fall etwas. Gerade kleine Organisationen leben fast vollständigen von kleinen Beträgen. Nur 39% der NGOs und gemeinnützigen Organisationen bekommen überhaupt Geld aus öffentlicher Hand.

Quellen und Links:

Redaktionsschluss für die Folge war der 26.03.2025, 16:00 Uhr.

Impressum

Gefördert durch: Robert Bosch Stiftung und Schöpflin Stiftung

Eine Produktion von: Maecenata Stiftung und Wider Sense

Redaktion & Konzept: Victoria Strachwitz, Michael Seberich

Produktionsteam: Lisa Klisch (verantwortlich), Anna Henke, Pauline Fritz, Ansgar Gessner, Sascha Nicke

Gestaltung: Jörg Solzbacher, Lisa Klisch

Foto: Dora Csala

Transkript anzeigen

00:00:01: Was aktuell passiert ist, dass Strukturen abgebaut werden.

00:00:05: Die teilweise über Jahrzehnte Stück für Stück aufgebaut wurden.

00:00:10: Das ist extrem aufwendig die großen Streichungen im öffentlichen Bereich zu

00:00:16: füllen.

00:00:28: Heute geht es ums Geld also das Thema, was alle aufregt, aber erstaunlich wenige wirklich verstehen, wie finanziert sich die Zivilgesellschaft?

00:00:37: Wie immer mit dabei Michael Seberich.

00:00:40: Und du, Victoria Strachwitz!

00:00:42: Die endlich wissen will, wie viel Geld NGOs tatsächlich vom Staat bekommen und wer sich vielleicht ein bisschen zu bequem eingerichtet hat mit all diesem Geld.

00:00:52: Genau deshalb haben wir jemand eingeladen, der weiß, wo das Geld herkommt, wo es hängen bleibt und wo's in Zukunft herkommen soll.

00:00:59: Larissa Probst Geschäftsführer des deutschen Fundraising-Verbandes.

00:01:02: Larissa, schön dass du

00:01:03: da bist!

00:01:04: Danke, dass ich da sein darf!

00:01:06: Larissa, vielleicht kannst Du uns am Anfang nochmal erklären, was ist eigentlich Fundraising und was hat das mit Zivilgesellschaft zu tun?

00:01:15: Viele nennen es einfach Spenden sammeln.

00:01:19: Das ist aber sozusagen nur ein ganz, ganz kleiner Teil davon.

00:01:21: Aber das ist das was man irgendwie im privaten Raum glaube ich mitbekommt.

00:01:26: Und da geht es wirklich darum, dass Menschen sich einfach finanziell committen und sagen hey hier hunderte habe ich übrig und denen gebe für meine Lieblingsorganisation nebenan oder für eine Organisation die meinetwegen in einem ganz anderen Land Projekt unterstützt.

00:01:45: Jetzt hab' ich da mal eine Grundfrage: Wie groß ist das gesamte Finanzvolumen der deutschen Zivilgesellschaft?

00:01:52: Sprechen wir von Milliarden oder vielen Milliarden, wie groß ist es?

00:01:56: Weißt du das?

00:01:58: Also ich wüsste es gerne in Detail.

00:02:01: Aber die ganze Zivilgesellschaftsforschung ist noch ein bisschen unterbelichtet und unterfinanziert,

00:02:07: also da wäre auch noch ein großes Potenzial für zusätzliches Fundraising und Fördermittel.

00:02:13: Aber es gibt einige Schätzungen und es sind schon viele Milliarden, man muss sich auch vorstellen,

00:02:20: das ist ja auch unfassbar viel was geleistet wird und da kann man eigentlich nicht genug Ressourcen rein investieren.

00:02:30: Woher kommt denn jetzt das Geld ohne, dass wir eine Excel-Tabelle eröffnen?

00:02:34: Ich bin kein Fan von Excel-Tabellen, sondern ich finde wirklich ein absoluter Fan davon, auch Zusammenhänge zu verstehen und auch so ein bisschen die Relation vielleicht zu verstehen,

00:02:44: weil da auch viele Missverständnisse entstehen.

00:02:47: Also es gibt einen sehr großen Bereich von staatlicher Unterstützung und staatlicher sogenannte Regelfinanzierung.

00:02:56: Da sind ganz viele Organisationen dabei, die halbstaatliche Aufgaben übernehmen.

00:03:01: Das ist total relevant.

00:03:02: Es bedeutet eigentlich, dass der Staat auch Aufgaben ausgelagert hat an Organisationen oder Akteur*innen die einfach mehr Ahnung von dem haben, was sie dort tun und viel bessere Zugänge haben.

00:03:17: Das ist ein Teilbereich und da haben wir eine Schätzung zwischen 110- und 140-Milliarden Euro pro Jahr.

00:03:27: Wenn man das mit anderen Summen vergleicht, ist es eigentlich, für die Herausforderung den wir da begegnen, eher klein, würde ich sagen.

00:03:36: Und dann gibt es sogenannte nicht staatliche Mittel.

00:03:40: Also das alles aus dem privaten Bereich und da haben wir aktuell Zahlen von 12,5 Milliarden pro Jahr.

00:03:49: Das ist so ein Jahresvolumen vom Privatspenden auch noch so was wie Unternehmensspenden, die wir mit adressieren können.

00:04:02: Das ist so um die 1,5 Milliarden. Wir haben auch noch sowas wie Glücksspiel also Lotterien.

00:04:09: Die sind in Deutschland nicht so umfangreich, da gibt es andere Länder da ist das deutlich ausgeprägter.

00:04:14: Das sind um die drei Milliarden.

00:04:16: Und wir haben geschätztes Fördervolumen von privaten Stiftung von 3-5 Milliarden,

00:04:21: aber da bist du mehr im Thema drin.

00:04:24: Und unterschiedliche private Förderfonds, auch noch mal eine Million.

00:04:28: Also jetzt bräuchten wir vielleicht doch so eine Mindmap und nicht eine Excel-Tabelle - kann ich euch gerne mal aufmalen.

00:04:38: Und all das im Vergleich zu anderen Ländern ist tatsächlich relativ niedrig.

00:04:44: Ja also wenn man das mit den USA vergleicht was da für Summen im Spiel sind, dann ist es ja absolut ausbaufähig.

00:04:54: Quellen dann zu den Zahlen sicherlich in unseren Show-Notes.

00:04:57: Aber Victoria, du warst schon auf dem Sprung?

00:04:59: Ja,.. mich interessiert, warum ist das in anderen Ländern mehr?

00:05:02: Warum ist es in Deutschland so gering?

00:05:05: Also positiv gesprochen für Deutschland: wir haben sehr ausgeprägten Sozialstaat im Vergleich zur USA und wenn wir Befragungen haben, zum Beispiel, wenn es um private Spenden geht, dann haben wir auch immer die Frage mit drin, wo man ankreuzen kann, da ist der Staat für zuständig.

00:05:25: Und da sehen wir natürlich eine große Zustimmung, dass halt viele Menschen in Deutschland der Meinung sind zum Beispiel für Bildung und Gesundheit.

00:05:34: Das sind Bereiche, in denen ich mich sehr engagiere.

00:05:37: Da ist der Stadt für zuständig!

00:05:39: Und das kann man natürlich sehr differenziert sehen, weil ja: dafür ist der Start zuständig.

00:05:45: Aber es gibt natürlich ganz viele Bereiche, insbesondere im Bereich Bildung und Gesundheit, wo es total erforderlich ist, dass man damit unabhängigen finanziellen Mitteln und unabhängigen Projekten unterstützt.

00:05:58: Und die Bildungslandschaft oder auch das Gesundheitswesen auch mehr, anders beeinflussen kann als der Staat z.B.

00:06:05: tun würde?

00:06:07: Wir haben ja diese Zahl, dass es 600.000 Zivilgesellschaftliche oder gemeinnützige Organisationen in Deutschland gibt.

00:06:13: Jetzt geht mal davon aus ... Und die Zahl ist ja so ungefähr das 38% von denen in irgendeiner Form auch irgendwie Geld von der öffentlichen Hand bekommen.

00:06:21: Da muss man sich schon klarmachen, dass über 250.000 Organisationen eben Geld bekommen von der öffentlichen Hand aber viele, viele andere Organisationen überhaupt gar kein Geld von öffentlicher Hand bekommen.

00:06:33: Und da ist sicherlich nochmal das Interessante, dass vor allem viele der kleinen Organisationen kaum Geld von einer öffentlichen Hand bekommen.

00:06:43: Da habe ich dann aber die Frage zur Unabhängigkeit, als Journalistin.

00:06:48: Die Presse wird gerne so die vierte Gewalt genannt im Staat und viele sagen, die Zivilgesellschaft sei die Fünfte.

00:06:56: Da ist ein bisschen die Frage, die sich mir stellt, wie viel Geld sollte die Zivilgesellschaft denn dann vom Staat bekommen, wenn sie ihm eigentlich gerade auf die Finger schauen soll?

00:07:06: Also es sind ja nicht alle Teile der Zivilgesellschaft, die dem Staat auf die Finger schauen,

00:07:12: sondern das ist eher der allerkleinste Teil.

00:07:15: Das sind nämlich Organisationen, die sich dem verschrieben haben, dass sie sogenannte Watchdog- und Advocacy-Arbeit machen also insbesondere Missionen haben, die wirklich darauf hinaus laufen, zum Beispiel Menschenrechte unterstützt werden, Menschenrechtsverletzungen durch den Staat zum Beispiel aufgedeckt werden.

00:07:42: Und das ist dann natürlich klar und das machen die Organisationen aber selber auch richtig.

00:07:47: Die nehmen dann halt einfach gar kein Geld vom Staat um ihre Unabhängigkeit zu sichern und nach außen kommunizieren zu können und auch nach innen sicherzustellen.

00:07:59: Dann gibt es so Mischform-Teile von politischen Entscheidungen mit beeinflussen sollen.

00:08:06: Da kommt es dann so ein bisschen drauf an, ob man wirklich abhängig ist von staatlicher Förderung.

00:08:12: Und da ist zum Beispiel die Initiative Transparente Zivilgesellschaf, die setzt sich da immer dafür ein, dass immer sehr klar dargestellt wird, sehr transparent aufgeschlüsselt wird von welchen Finanzierungsquellen man die Arbeit sozusagen speist, sodass auch sehr schnell sozusagen Abhängigkeiten sichtbar werden.

00:08:33: Und da geht man eigentlich so davon aus, dass ab 10% eines Jahresbudgets, geht man dann davon aus, egal welche Finanzierung es jetzt ist, ob es eine staatliche Förderquelle ist oder ein Großspender, eine Großspenderin das dann Einfluss genommen werden kann und das versuchen die Organisationen dann entsprechend natürlich gering zu halten und entsprechend dann diese Bereiche auch sehr unabhängig zu lassen.

00:09:03: Jetzt hast du ja auch eine Geschichte im Menschenrechtsbereich mit Amnesty International, und soweit ich mich erinnere ist Amnesty ja auch in einer Organisation die keine staatlichen Gelder nimmt.

00:09:13: Und schafft das dann die Unabhängigkeit, die man eigentlich haben möchte?

00:09:16: Einfach so -

00:09:17: Erfahrungshintergrund?

00:09:19: Absolut!

00:09:20: Also ich war sechs Jahre im Vorstand und ich hab nie irgendeine Abhängigkeit vom Staat oder auch von Großspender*innen oder sowas erlebt.

00:09:30: Das ist natürlich auch manchmal ein bisschen subjektiv, wie unabhängig man sich fühlt oder so,

00:09:37: aber ich habe zum Beispiel mit sehr vielen Akteuren auch aus der Gründungszeit gesprochen zur Vorbereitung auf das fünfzigste Jubiläum und die haben mir zum Beispiel gesagt, dass das der absolute Garant war um dann zum Beispiel auch einfach bei Genscher im Büro aufzuschlagen.

00:09:58: Ja, diejenigen die Genscher noch kennen, das ist ein ehemaliger Außenminister gewesen und solche Geschichten natürlich zu haben, dass man wirklich mit politischen Akteur*innen auf Augenhöhe reden kann, ohne dass man sich auch den Vorwurf gefallen lassen muss oder dann auch Druck bekommen muss:

00:10:19: Okay, dann wird halt die Förderung Demokratie leben oder sonst irgendwas gestrichen bei euch?

00:10:24: Oder einfach nur eine Andeutung!

00:10:26: Man muss es ja gar nicht wirklich aussprechen, die Drohungen sondern wir erleben das auch oft, dass es sozusagen vorauseilender Gehorsam ist, da besonders sanft auch mit Menschen aus der Verwaltung umzugehen.

00:10:39: Das sollte natürlich nicht sein und das ist zum Beispiel bei Amensty überhaupt nicht so.

00:10:44: Wenn man gemeinnützig ist, dann ist man ja steuerlich freigestellt?

00:10:50: Ist das eigentlich Subventionen?

00:10:52: Also das eine ist, man ist nicht überall freigestellt sondern es ist schon eine sehr komplexe Angelegenheit.

00:10:59: Da hat man drei unterschiedliche Sphären.

00:11:02: Die Steuererklärung und die ganzen Berechnungen sind auch anspruchsvoll.

00:11:06: Da braucht man auf jeden Fall Unterstützung von einem Profi-, einer Profisteuerberaterin.

00:11:13: Und das ist keine Subvention, sondern da geht es darum, dass wenn man zum Beispiel sogenannten wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb hat und es haben auch viele Organisationen.

00:11:22: Das bedeutet

00:11:23: z.B.,

00:11:23: dass man Dinge verkauft.

00:11:26: Wenn ich euch jetzt zum Beispiel ein super schickes T-Shirt, einen Pulli mit sozusagen dem Slogan drauf für die Menschenrechte verkaufen, dann ist das sogenannte wirtschaftliche Geschäftsbetrieb und dann läuft es wie in jedem anderen Unternehmen auch.

00:11:44: Dann habe ich aber einen sogenannten Zweckbetrieb oder den ideellen Bereich, wo dann Dinge erledigt werden, die einfach mit dem normalen Wirtschaftssystem und mit den normalen Besteuerungen gar nichts zu tun haben.

00:11:57: Und dann wäre es auch einfach absurd, wenn da sozusagen auch die ganzen normalen Steuergesetzgebung greifen würde.

00:12:05: Wenn man das sieht, versteht man das ganz genau.

00:12:09: Genau, aber ich ... Das ist ja das Wichtige noch mal deutlich.

00:12:11: Es ist viel komplexer, als es sich von außen häufig darstellt und viele gemeinnützige Organisationen zahlen tatsächlich eben für bestimmte Dinge, die sie tun, auch am Ende steuern.

00:12:22: Für manche zahlen sie keine Steuern und das ist ja, würde ich sagen, dann am Ende auch im Gesetz auch gut erklärt, warum das gemeinnützig ist?

00:12:30: Ja in der Debatte wird ja aktuell irgendwie auch viel so einen Topf geschmissen.

00:12:34: sagen kann man schon mal ein bisschen differenzieren dass nächste was wieder sozusagen geschmiss mit ist.

00:12:40: Diese ganzen Organisationen bekommen ja auf unterschiedliche Art und Weise ihr Geld.

00:12:44: Die bekommen die Spenden, die bekommen Zuschüsse, die bekommt Förderprogramme, Aufträge... Kannst du vielleicht mal sauber trennen für uns?

00:12:50: Was ist denn ein Vertrag?

00:12:52: Was is eine Subvention?

00:12:55: Warum ist diese Unterscheidung so wichtig?

00:12:59: Ja also vielleicht das beste Beispiel was man so greifen kann, ist glaube ich ... Der Unterschied zwischen Spenden und Sponsoring zum Beispiel, das ist eigentlich mal so der Klassiker.

00:13:09: Und bei Sponsuring ist es ganz klar so, dass es einen Vertrag gibt z.B.

00:13:15: zwischen einem Unternehmen und einer Organisation die unterstützt werden soll und dafür erwartet das Unternehmen aber eine sogenannte Gegenleistung.

00:13:26: Das ist dann zum Beispiel da ein schickes Plakat dran hängt solche Dinge.

00:13:32: Oder auch auf der Homepage ist dann das Logo abgebildet.

00:13:35: Und wenn man auf dieses Logo klickt, gelangt man direkt auf die Internetseite dieses Unternehmens und das wird vorher vertraglich untergeschrieben.

00:13:46: Dann ist es ein ganz klassischer wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb.

00:13:50: Es hört sich ein bisschen kompliziert an, aber eigentlich ist es wie ein normales Unternehmen in der Organisation drin.

00:13:56: Wenn es eine Spende ist ... gibt es dazu keine Gegenleistung, sondern es gibt eine Spende meinetwegen hoffentlich zwanzigtausend Euro von einem Unternehmen und dann kann das auch einfach... Dann gibt es keine Gegenleistungen.

00:14:12: Da kann auch nicht verlangt werden dass da irgendwo ein Logo ist wo man draufklickt und dann kommt man auf die Internetseite, sondern das ist wirklich altruistisch.

00:14:21: hier sind die zwanzigtausend Euro und macht damit was am nötigsten ist.

00:14:26: Was ist denn, wenn der Staat das Geld gibt?

00:14:28: Gibt ja auch einfach so Zuschüsse und sagt macht er mit was ihr wollt.

00:14:32: Nein auf gar keinen Fall!

00:14:34: Das sind in aller Regel sehr aufwendige Prozesse, das sind sehr aufwändige Anträge und Dokumentationen die man im Vorhinein einreichen muss und es muss auch in aller regel einen sogenannten Eigenanteil nachgewiesen werden.

00:14:52: nehmen allen rechtlichen und governensmäßigen Regelungen.

00:14:58: Und Dokumenten, die man einreichen muss geht es da dann darum dass man auch selber mit in die Finanzierung reingehen muss?

00:15:07: das sind teilweise so um die zehn bis zwanzig Prozent kommt ganz drauf an und das ist zum Beispiel erheblich schwierig.

00:15:15: ja und wenn man das dann mal vergleicht zum beispiel mit so einem Auftrag an ein Unternehmen was eine Autobahn bauen soll, ja.

00:15:24: Und wenn man da sagen würde naja aber zehn bis zwanzig Prozent Eigenanteil sollte ihr einbringen würde sich kein Unternehmen darauf bewerben diese verdammte Autobahn zu bauen.

00:15:34: Ja also das einfach auch nur mal so zum Vergleich.

00:15:37: was dann auch staatliche Finanzierung angeht und das sind dann nicht weniger komplexe Dinge als eine Autobahnen zu bauen sondern teilweise sowas wie absolute komplexe soziale Herausforderungen, die wir haben.

00:15:52: Wo der Staat kaum Lösungen für findet, wo aber andere Organisationen einfach schon Lösungen auch aus anderen Ländern oder anderen Zusammenhängen abgeguckt haben und diese umsetzen können?

00:16:03: Und eigentlich müsste man da sagen, da brauchst du eine zwanzigjährige Finanzierung oder womöglich eine Finanzierung über Generation hinweg wenn man wirklich in Jugendarbeit reingeht oder sonst irgendwas so wie das zum Beispiel im Bereich Naturschutz zum Beispiel macht.

00:16:20: Da gibt es ganz klare Projekte, wenn der Lux zum Beispiel erst in der dritten Generation nachweislich wieder irgendwo angesiedelt ist dann gehen die Projekten auch bis zu dieser dritten generation weil Wissenschaftlerinnen sich getroffen haben die das gesagt haben und auf der Grundlage dann solche Projektentscheidungen und Finanzierungsentscheiden getroffen werden.

00:16:44: Wenn man das jetzt auf den Menschen überträgt, und man sagt in der dritten Generation ist zum Beispiel Friedensarbeit gelungen ja also ich will die Projekte sehen und die Finanzierung genau.

00:16:59: aber so müsste man in der Theorie logisch daran gehen um wirklich Impact zu haben.

00:17:07: Dann wird der kleine Funfact aus der Arbeit im Natursturz bereicht, dass wenn man den Stör in die Oder holt.

00:17:15: Der Stör eben hundertzwanzig Jahre ist und er wird erst nach vierzig bis fünfzig Jahren fruchtbar.

00:17:21: das heißt Man muss einfach eine sehr langfristige Perspektive haben bei manchen dieser Themen und von daher Ist das schon mal spannend, aber das andere was ja glaube ich nochmal deutlich wird Larissa ist dass alles am Ende viel komplexer Als das nach außen hin dann wirkt und es ist teilweise auch glaube ich Das sehen wir ja auch hier in dem podcast unglaublich kompliziertes überhaupt zu kommunizieren.

00:17:48: Was für Regeln da alles dahinter stecken.

00:17:51: Ja also und da sehe ich natürlich immer auch so ein Balance-Arktas eine is Jeder soll sich eigentlich engagieren können.

00:17:59: Und jeder soll eigentlich spenden können und sich nicht darüber wahnsinnige Gedanken machen müssen, wie komplex das jetzt alles ist.

00:18:07: Sondern dafür haben wir professionelle Organisationen und auch Unterstützungsakteurinnen wie darauf spezialisierte Steuerberaterin

00:18:16: etc.,

00:18:18: die das dann schon machen.

00:18:19: Da ist wirklich mein Player je vertraut... den Organisationen nicht blind, aber versucht so ein paar Checks einfach mit reinzunehmen.

00:18:30: Guckt auf die Homepages, guckt ob die Organisation sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft zum Beispiel angeschlossen haben und ihre Zahlen präsentieren.

00:18:40: Und die Allermeisten, die vernünftiges Fundraising machen, die haben absolutes Eigeninteresse daran sehr transparent zu sein.

00:18:48: Und sie ziehen komplett blank!

00:18:51: Ja, und auch im Vergleich zu wirtschaftlichen Akteuren.

00:18:55: Da gibt es eine Bilanzierungspflicht aber das ist auch ein Bruchteil der Transparenz.

00:19:01: nur im Vergleich zur den Jahresberichten von Organisationen die die Publik machen, die die auch auf Mitgliederversammlung hart debattieren und sich Vorstände auseinandernehmen lassen müssen von teilweise absoluten Laien, die die Zahlen noch nicht mal richtig verstehen.

00:19:18: Und falsch interpretieren – da ist es alles immer gleichzeitig auch so ein Seminar von Debattenkultur, von Demokratie.

00:19:26: Da macht man gleichzeitig noch Finanzbildung mit.

00:19:29: also alle Finanzvorständen, die engagiert sind vor denen ziehe ich einfach unfassbar den Hut.

00:19:38: Dazu kommt ja, dass der Staat auch noch seine Möglichkeiten hat.

00:19:42: Man kriegt nicht jeder einfach so die Gemeinnützigkeit oder... Also schaut ihr das Finanzamt und werbt auch immer nochmal alles drauf?

00:19:49: Wie ist es?

00:19:50: Absolut!

00:19:51: Um die Gemeinwützigkeit zu bekommen, die Anerkennung, das ist ein relativ aufwendiger Prozess.

00:19:59: Dafür gibt's eine Abgabenordnung.

00:20:03: Satzung haben, also die Dokumente alle liefern.

00:20:06: Da muss man relativ lange warten, eventuell noch mal Fragen beantworten.

00:20:11: und auch da wenn jemand einen Verein zum Beispiel gründen möchte und muss diese ganzen Hürden erstmal nehmen das ist eigentlich erst einmal eine Zumutung.

00:20:20: ja wenn man irgendwie auch weiß dass In aller Regel bei Krisen und Katastrophen, die Organisation der Zivilgesellschaft oder anderen Initiativen, die allerersten sind.

00:20:31: Die wirklich auch unkompliziert helfen.

00:20:33: Und dann man eigentlich diesen Strukturen und Initiativ auf erlegt teilweise deutlich mehr zu dokumentieren und auch schon im Vorhinein zu machen als auch nicht... Gemeinnützige Akteure sind das auch immer unterschiedliche Maßstäbe.

00:20:52: Aber da ist es wichtig, dann hat man die Gemeinnetzigkeit und wird sie regelmäßig überprüft.

00:21:00: Und das findet auch sehr detailliert statt.

00:21:04: Ich bin wieder zurück bei den Vorwürfen.

00:21:07: Ich

00:21:07: arbeite die einfach jetzt mal ab!

00:21:10: Wenn man die ganze Zeit darauf angewiesen ist Geld zu bekommen von irgendjemandem um seine Projekte durchziehen zu können?

00:21:17: verliert man dann wieder, bin ich bei der Unabhängigkeit.

00:21:20: Verliert man die dann?

00:21:22: Fängt man als Organisation irgendwann an seine Kommunikation und seine Projekte darauf auszurichten woher die Kuhle kommt?

00:21:30: Nee weil das funktioniert nicht langfristig.

00:21:34: also es kann natürlich sein dass weniger professionelle Akteuren das mal probieren oder sich dahin gelenkt fühlen aber dadurch Funtracing Erfolg eigentlich dadurch kommt, dass man eine sehr gute Beziehung hat zu denjenigen die einem Geld geben.

00:21:57: Die einen unterstützen und den Projekten, die man umsetzt und darüber kommuniziert ist es relativ sinnfrei sich nur sozusagen auf die Spenderinnen und das was sie wollen sozusagen zu konzentrieren weil das meist diametral entgegengesetzt ist von der Zielgruppe, die man unterstützt.

00:22:18: Was die Privilegien angeht

00:22:19: etc.,

00:22:21: also das ist meist sehr weit auseinander bedeutet die Spenderin-Kommunikation und auch die Kommunikation mit den Projektpartnern oder auch den Zielgruppen, die Man unterstützt vor Ort oder unterschiedliche Bereiche Die sind extrem gut aufeinander abgestimmt Aber sie sind sehr unterschiedlich, weil die Zielgruppen und auch die Mechanismen ganz unterschiedlich funktionieren.

00:22:49: Das eine ist diese genannte Gebelogik von der Psychologie her.

00:22:54: Und das andere ist halt einfach total sachlich.

00:22:57: ja also da geht es um Impact.

00:22:59: Da geht es darum auch einfach die Projekte durchzuziehen und evaluieren ob's funktioniert hat oder nicht.

00:23:05: Es bleibt natürlich immer noch die Frage... Wenn man sich jetzt die gesamte Debatte im Moment anhört und wenn man sich die Kritik einer Zivilgesellschaft anhört, die es von verschiedensten Akteuren vor allem aus der Politik gibt.

00:23:19: Dann ist ja schon immer noch mal die Frage Haben Sie denn dann einige Organisation vielleicht doch zu bequem eingerichtet mit öffentlichem Geld oder?

00:23:28: Oder gibt das da eigentlich oder ist das eine frage der Mischung oder der guten checks in balances?

00:23:36: absolut also Ich bin mir ziemlich sicher, und auch da muss man glaube ich das so ein bisschen in Relation zu anderen Bereichen sehen.

00:23:46: Also zur Privatwirtschaft oder auch zu unterschiedlichen Dynamiken der Verwaltung.

00:23:51: also ich würde nie sagen dass die Organisationen der Zivilgesellschaft alle perfekt sind.

00:23:57: Das ist nicht möglich.

00:23:59: ja weil mit Perfektionismus kommen wir ja nicht voran.

00:24:03: aber In aller Wahrscheinlichkeit haben die sich das nicht bequem gemacht, weil es überhaupt gar nicht bequem ist ein Antrag zu stellen um öffentliche Fördergelder zu bekommen.

00:24:12: oder jeder der vielleicht mal einen EU-Antrag auch abgerechnet hat.

00:24:16: Weißt dass es extrem unbequem ist und es gibt auch noch solche Situationen, dass man zum Beispiel die definitive Zusage zu einem mehrjährigen sehr umfangreichen Millionen schweren Projekt bekommen hat, EU-Projekt zum Beispiel und dann gibt es aber ein Jahr lang kein Geld.

00:24:40: Ja also kann man einen Jahr lang alles vorfinanzieren!

00:24:44: Und auch das wenn man das vergleichen würde mit der Privatwirtschaft.

00:24:48: man kriegt sozusagen Auftrag oder eine Zusage und dann naja aber das Geld kriegt ihr erst In einem Jahr, eure acht Mitarbeiterinnen könnt ihr halt einfach alle erstmal vorfinanzieren und so weiter.

00:24:59: Und dann auch noch mit dem Punkt dass es extrem schwierig ist umstritten ist Rücklagen zu bilden.

00:25:09: Das ist auch ein Punkt, das ist jetzt auch eher ein bisschen komplizierter.

00:25:12: Er vielleicht so ein bisschen Finanzeducation.

00:25:17: hier aber sogenannte Rücklagen zu bilden bedeutet also dass wenn man in einigen Jahren weniger ausgegeben hat als man eingenommen total vereinfacht und dann sagt, okay das stellen wir zurück oder das legen wir zurück als Reserven für Investitionen in den nächsten Jahren.

00:25:34: Oder es ziehen sich Projekte über mehrere Jahre und man kann dann zum Beispiel bis zum einund dreißigsten zwölften einige Gelder nicht ausgeben.

00:25:42: Und es ist dann wichtig, dass ins nächste Jahr mit rüber zu nehmen.

00:25:44: Auch da muss man sich rechtfertigen teilweise bis auf den letzten Cent.

00:25:49: Das ist alles andere als bequem.

00:25:51: also wer sich da bequemen möchte ich gerne kennenlernen Und die Erfahrungswerte teilen, wie man das in Stückweise bequem mehr machen kann.

00:26:03: Dabei werden gerade die Rücklagen jetzt wahrscheinlich ... Die werden jetzt viele brauchen oder?

00:26:08: Also die Haushaltslöcher sind enormes Gewürzungen geben.

00:26:12: Programme werden gestrichen... Was passiert wenn die staatlichen Förderungen jetzt runtergefahren werden müssen wegen der Haushaltsläucher also?

00:26:18: Kann der Spendenmarkt das auffangen?

00:26:20: Können Stiftungen das aufangen?

00:26:23: Die Wirtschaft geht's auch so so!

00:26:26: Ja also in der Theorie könnten private Akteuren, private vermögende privilegierte Menschen das auffangen.

00:26:39: Aber das wird aktuell nicht gemacht weil es da eine große Zurückhaltung gibt und Absolut nicht die Kultur des Gebes, wie wir sie in anderen Ländern kennen da auch.

00:26:54: Das ist leider kein Fun-Fact sondern ein super Sad Fact!

00:26:57: Wir sind im World Giving Report, sind wir die Nummer zwei von unten was Engagement und private Spenden angeht und andere Unterstützungsmöglichkeiten.

00:27:12: also bedeutet es alle anderen Länder die dort aufgeführt werden unter anderem Nigeria, Sri Lanka etc.

00:27:20: sind weit aus spendenfreudiger und engagierter im privaten Umfeld aber auch im Bereich der Zivilgesellschaft.

00:27:30: im Vergleich zu den Möglichkeiten also auch in meinem Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt

00:27:34: etc.,

00:27:37: sind wir wirklich sehr, sehr unterentwickelt nenn ich es jetzt mal.

00:27:43: Und was die aktuellen Statistiken angeht, ist es extrem herausfordernd tatsächlich, die großen Streichungen im öffentlichen Bereich zu füllen.

00:27:55: Das, was aktuell passiert ist, dass Strukturen abgebaut werden, die teilweise über Jahrzehnte Stück für Stück mit sehr viel Engagement aufgebaut wurden.

00:28:06: Die werden eigentlich zerstört und alle kennen das.

00:28:10: Aufbauen ist immer deutlich langwieriger, strengender als kaputt machen.

00:28:15: Und es werden Leute entlassen sowohl im Ausland bei Implementing-Partnern also vor Ort Kräften wie auch hier in Deutschland werden absolut Mitarbeiterinnen entlassen etc.

00:28:32: und Es wird aber auch jetzt stärker geguckt von den Organisationen wie andere finanzielle Ressourcen gewonnen werden können.

00:28:42: Also viele Organisationen, die noch relativ zurückhaltend waren mit Fundraising im privaten Bereich fangen an sich aufzustellen Stück für Stück dort Unterstützung zu gewinnen.

00:28:58: aber das ist extrem aufwendig Aber es ist total notwendig.

00:29:02: Das erkennen jetzt auch sehr sehr viele die bisher sehr stark auf staatliche Fördermittel gesetzt haben

00:29:08: Larissa, was bei mir jetzt gerade noch nachhängt ist bei diesem World Giving Index.

00:29:13: Wer ist denn da dann das Spitzenland?

00:29:15: und wer ist denn noch hinter Deutschland?

00:29:19: Also hinter uns sowohl bei dem prozentualen Anteil der Menschen die spenden Ist Japan hinter uns Und auch von dem Item sozusagen wie viel Prozent des eigenen Einkommens gespendet wird.

00:29:41: Da ist Deutschland auf Platz zwei von unten und noch unter uns ist Japan, dann kommen wir zu dem Positivbeispiel.

00:29:51: Und wie gesagt da geht es immer um die Relation.

00:29:53: ja aber das ist unfassbar.

00:29:55: viel höher prozentual Das ist Nigeria sowohl bei den prozentuellen Anteil der Menschen die Spenden Ja, die sind bei neunundachtzig Prozent.

00:30:07: Wir sind immer so um die Fünfzig.

00:30:09: Je nachdem welche Statistik man sozusagen, welche Methodik man anwendet.

00:30:13: aber um die fünfzig kann man eigentlich sagen.

00:30:15: und dann wie viel Prozent des Einkommens gespendet wird.

00:30:22: da ist Nigeria bei zwei Komma also eigentlich bei fast drei Prozent und wir sind bei Null Komma vier Und Japan ist bei Null Komma Eins Sechs.

00:30:36: Das sind so die Zahlen.

00:30:38: Ganz kurz, also nur fünfzig Prozent der Menschen spenden jedes Jahr quasi in Deutschland.

00:30:45: Genau das kommt in die Show Notes auf jeden Fall.

00:30:48: Wie entscheidet sich denn dann wer überlebt, wenn die Ressourcen immer knapper werden?

00:30:56: sind das dann Strukturen, ist das Professionalisierung?

00:30:59: Ich stelle mir das am Ende eigentlich so vor wie bei einem Wirtschaftsunternehmen.

00:31:02: Ja also weil es ja auch eine Frage ist wann bin ich profitabel, wann bin nicht profitabel und wann kann, wann kann ich weiter machen oder kann ich nicht weitermachen.

00:31:09: Vielleicht anders bei einer Gemeinnützigen Organisation die vor allem mit Ehrenamtlichen arbeitet die dann teilweise auf andere Strukture zurückgreifen können.

00:31:16: Ja absolut!

00:31:17: Also wir gehen eigentlich davon aus dass die Organisationen, die sehr lokal organisiert sind,

00:31:25: Die total verankert sind in den Communities vor Ort, die nahezu hundert Prozent ehrenamtlich organisiert sind, vielleicht hier und da mal punktuell Unterstützung bekommen für ein Projekt oder sowas.

00:31:38: Die werden... Die gab es schon immer und die wird es auch weiter geben.

00:31:41: Teilweise haben sie eine rechtliche Struktur und teilweise ja auch nicht.

00:31:44: Ja aber gehen wir einfach mal davon aus dass Sie eine rechtlichen Struktur haben ne Vereinsstruktur zum Beispiel.

00:31:50: Das wird auf jeden Fall weiterhin existieren und das erneuert sich ja auch, Gott sei Dank immer wieder.

00:31:56: Auch bei allen Unkenrufen dass die neue Generation sozusagen die Jüngeren sich alle nicht engagieren.

00:32:01: Das stimmt einfach so überhaupt nicht.

00:32:03: Die engagieren sich einfach nur anders aber auch sehr lokal.

00:32:09: Dann gibt es den Bereich des Mittelfeldes, nenne ich's jetzt mal.

00:32:13: Das wäre wahrscheinlich im Wirtschaftsjargon wären das die kleinen und mittelständischen Unternehmer, also die sogenannten KMUs da sehen wir dass sich Organisationen zusammentun. Also Fusionen, Bündnisse entstehen um Ressourcen Gemeinschaftlich zu nutzen auch gemeinschaftlich zu Fundraisen zum Beispiel.

00:32:36: Da werden diejenigen, die sich besonders gut koordinieren und solidarisieren können, die werden auch weiterhin bestehen.

00:32:44: Und auch einfach sehr erfolgreich sein.

00:32:46: Wahrscheinlich noch deutlich erfolgreicher als sie es dann alleine und nebeneinander hergemacht haben.

00:32:50: Da ist manchmal Druck ja gar nicht so schlecht für auch Innovationen und gemeinsames Arbeiten.

00:32:58: Dann natürlich die großen, sehr professionalisierten Organisationen, die werden auch weiterhin sehr erfolgreiches Fundraising machen.

00:33:07: Das sehen wir auch schon in den letzten Jahren, dass die großen Organisationen sich immer weiterentwickeln und auch einfach eine sehr gute Beziehungskultur haben zu ihrer Unterstützerschaft – und das da auch hoffentlich schaffen!

00:33:26: Das ist eher noch mal so ein Punkt, wo man kleines Fragezeichen dran machen muss und diese dann auch schaffen sozusagen die neue Generation der Spender*innen und der Unterstützer*innen dann auch zu involvieren.

00:33:37: Und da es auch immer total wichtig, prozentual sind die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, auch extrem loyale Spender*innen!

00:33:48: Ja, natürlich auch weil sie das Innenleben der Organisation kennen.

00:33:51: Lieben und Hassen teilweise.

00:33:53: Die kennen die Stärken und Schwächen der Organisationen und investieren dann natürlich in ihre eigenen Strukturen auch.

00:33:59: Ihr habt jetzt gerade Denkanstöße zur Zukunft der NGO-Finanzierung veröffentlicht?

00:34:05: Was empfiehlst du Organisationen, die jetzt unter Druck stehen?

00:34:08: Was können die tun?

00:34:10: Also der Punkt Community Fundraising ist aus meiner Sicht eines der allerwichtigsten was man auch selber in der Hand hat.

00:34:20: Es gibt auch paar Dinge, wo es darum geht sehr langfristig Veränderungen herbeizuführen oder auch rechtliche Dinge voranzubringen.

00:34:28: Aber das, was man eigentlich relativ schnell eigenverantwortlich machen kann ist sich zusammenzuschließen mit anderen und dann ganz neue Arten von Kommunikation auch gemeinsam zu finden und auch ganz neue Zielgruppen anzusprechen, die außerhalb der eigenen Kommunikationsbubble sind.

00:34:48: Und das bedeutet einerseits sich mit anderen Organisationen und Playern zusammenzutun und das andere ist aber auch... ...die aktuelle bestehende Unterstützer*innen schafft nochmal anders anzusprechen und die auch zu motivieren für die eigene Organisation zu fundraisen.

00:35:05: weil dann ist es eigentlich so man wird sozusagen... Jetzt kann man bildlich vielleicht so machen, man wirft ein Stein sozusagen in den See rein.

00:35:15: Das ist sozusagen eine Unterstützerin und dann drumrum die Leute zu motivieren, die die eigene Organisation überhaupt niemals erreichen würde, aber meinetwegen durch eine Geburtstagsspende oder jetzt an Weihnachten "schenkt mir keinen Blödsinn, sondern spendet für meine Lieblingsorganisation".

00:35:32: Und dann erreicht man auch Menschen, die vielleicht noch nie in ihrem Leben gespendet haben.

00:35:37: und das ist eigentlich das Allerwichtigste, dass wir wirklich neue Menschen finden, die Vertrauen bekommen. Im Prinzip weil andere Unterstützer*innen. Dann haben wir dieses Vertrauensgap, haben wir dann relativ schnell geschlossen.

00:35:52: Weil na ja wenn mein Enkel sich dafür engagiert, wird das schon eine ordentliche Organisation sein.

00:36:00: Spannend!

00:36:02: Jetzt kommt meine letzte Frage, Michael ist noch nicht ganz fertig mit dir, aber meine....

00:36:06: Wo siehst du gerade die mutigsten Finanzierungsmodelle denn?

00:36:09: also wer macht es richtig gut?

00:36:10: hast du so ein Beispiel was dir irgendwie in den Sinn kommt da?

00:36:16: Also ich nenne jetzt keine... konkreten Organisationen, sondern eher Richtung Finanzierungsmix.

00:36:23: Und da ist es wirklich so dass der mutige Mix es glaube ich macht, und zwar ein Mix der total gut zu der Organisation passt.

00:36:33: Bedeutet also, dass es total wichtig ist zum Beispiel auch in den Bereich Nachlass-und Erbschaften reinzugehen, weil wir haben nun mal die Situation, dass die aktuelle am stärksten spendende Generation sich mit dem Thema Tod beschäftigt und dem eigenen Nachlass.

00:37:02: Und das Thema zum Beispiel sehr mutig und ohne Tabus zu adressieren und eigentlich Menschen, auch den Familien Unterstützung zu geben, das Thema einfach mit deutlich mehr Leichtigkeit anzugehen.

00:37:15: Und dann natürlich immer den sogenannten wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu sehen bedeutet also auch dass man wirklich Services anbietet die sich eigentlich so als Zusatzprodukte entwickelt haben wo man vielleicht selber noch gar nicht so richtig erkannt hat hey das ist eigentlich ja was was man verkaufen kann.

00:37:34: Bisher geben wir das überall immer für weniger privilegierte Zielgruppen for free raus, aber eigentlich ist es auch für Zielgruppen, die eigentlich finanzstark sind eine total gute Idee, das auch einfach zu verkaufen und zu sagen hey, gar kein Problem und das zu adressieren.

00:37:51: oder auch solche spannenden Modelle wie pay as much as you can?

00:37:57: Einfach auch zu sagen: Wir haben hier folgende Angebote.Und dann sagt doch einfach, was du dafür zahlen würdest.

00:38:06: Weil das auch dann für die Kommunikation hin und zurück auch super spannend ist, um seine eigene Organisationen und auch die eigenen Unterstützer*innen gut kennenzulernen.

00:38:17: Okay da könnten wir jetzt wahrscheinlich noch ewig darüber reden.

00:38:21: aber ich komme jetzt einfach zu meiner Standardfrage am Ende. Wo bist denn du das erste Mal Zivilgesellschaft begegnet?

00:38:28: Ich bin... ... aktiv geworden?

00:38:31: Ich kann mich nicht daran erinnern, wo ich das erst mal begegnet bin.

00:38:33: Weil da war ich wahrscheinlich so klein... Also da kannte ich das Wort Zivilgesellschaft auf gar keinen Fall!

00:38:39: Ich weiß aber dass sich in der Grundschule mit meinem besten Freund Tobias einen Flyer von Greenpeace in der Hand hatte und da ging es um Greenteams Und wir sind viel durch den Wald gestreut und haben immer jetzt in die Stichlinge gefangen.

00:39:01: Wahrscheinlich, das war nicht so richtig Greenpeace-mäßig.

00:39:04: Aber wir haben auch ganz viel den Wald sauber gemacht.

00:39:08: Dann haben wir mit anderen Freunden und Freundinnen ein sogenanntes Green Team gegründet... Ich weiß, ich war an der Grundschule, weil die Försterrei und der Wald waren neben meiner Grundschule.

00:39:23: Genau!

00:39:23: Das war mein erstes Engagement.

00:39:26: Jetzt haben wir das erste Mal jemandem im Natur- und Umweltschutz! Wir hatten bisher immer Kirche, tatsächlich so die erste Engagement-Schnittmenge.

00:39:33: von daher super danke dir!

00:39:36: So

00:39:36: und jetzt wie gewohnt unsere drei Argumentationshilfen für den nächsten Küchentischstreit?

00:39:43: Erstes Argument wenn das hochkommt NGOs leben nur von Steuergeld

00:39:47: Falsch, aber rund ein Drittel kommt von der öffentlichen Hand.

00:39:50: Der Rest sind Spenden, Beiträge, Stiftungen, Leistungsentgelte und von Larissa haben wir noch viele andere Formen der finanziellen Unterstützung gelernt.

00:39:58: Zweitens Geld macht abhängig!

00:40:02: Ja... Aber auch das haben wir heute gelernt: Vielfalt schützt.

00:40:07: Wer einen Finanzierungsmix hat wie Larissa das so schon nennt, der ist viel balancierter unterwegs.

00:40:15: Drittens, meine kleine Spende bringt nichts.

00:40:22: Die bringt auf jeden Fall was!

00:40:24: Doch!

00:40:25: Genau.

00:40:25: Gerade kleine Organisationen leben fast vollständig von solchen Beiträgen.

00:40:30: Erinnern wir uns noch an die große Zahl.

00:40:31: Nur neununddreißig Prozent der NGOs und der Gemeinnützigen Organisation bekommen überhaupt Geld von der öffentlichen Hand.

00:40:37: Danke an Larissa.

00:40:38: Ja,

00:40:39: sehr gerne danke an euch.

00:40:39: Das war

00:40:40: super.

00:40:40: Vielen Dank.

00:40:42: Das war

00:40:43: die Folge über das Geld.

00:40:44: In der nächsten Folge sprechen wir darüber wie Engagement wirkt.

00:40:48: Der Vorsitzende des Bayerischen Landesfeuerwehrverbands ist dann unser Gast.

00:40:52: Abonniert uns, wir liefern die Fakten damit ihr die Debatte einordnen könnt!

00:40:56: Bis zum nächsten

00:41:17: Mal.