Stromausfall in Berlin: Zivilgesellschaft in Aktion (Bonusfolge)

Shownotes

"Vereine, kirchliche Gemeinschaften, alle NGOs, die versuchen, für die Gesellschaft tätig zu sein – das sind die Menschen, das ist die Gesellschaft. Und der Staat sollte unterstützend sein, weil wir den Freiraum schaffen für Menschen, auch in Krisen, damit das Leben eben weiter gehen kann."

In dieser Folge sprechen Victoria Strachwitz und Michael Seberich mit Christian Popitz über zivilgesellschaftliches Handeln während des größten Stromausfalls der Nachkriegsgeschichte.

Argumenationshilfen

  1. "Dafür ist doch eigentlich der Staat zuständig." – Krisen zeigen: der Staat hat Reichweite, die Zivilgesellschaft hat Nähe. Ohne Vereine, Kirchengemeinden, Hilfsdienste und Nachbarschaften wären große Teile Berlins buchstäblich kalt geblieben.
  2. "Sportvereine sollen Sport machen, nicht Sozialarbeit." – Vereine sind Teil der sozialen Infrastruktur. Sie kennen die Menschen, den Kiez und können meist schnell reagieren.
  3. "Bei einem Geschäftsführer im Sportverein ist Engagement doch ein einfach Teil des Jobs." – Engagement geht oftmals über die Bestandteile eines Arbeitsvertrages hinaus. Neben Eigeninitiative braucht es professionelle Koordinierung.

Links zur Folge:

Über den Berliner Stromausfall:

Interview mit Manuel Ostermann (DPolG):

Redaktionsschluss für die Folge war der 15.01.2026, 16:00 Uhr.

Impressum

Gefördert durch: Robert Bosch Stiftung und Schöpflin Stiftung

Eine Produktion von: Maecenata Stiftung und Wider Sense

Redaktion & Konzept: Victoria Strachwitz, Michael Seberich

Produktionsteam: Lisa Klisch (verantwortlich), Anna Henke, Ansgar Gessner, Sascha Nicke, Pauline Theresa Fritz Gestaltung: Jörg Solzbacher, Lisa Klisch

Transkript anzeigen

00:00:01: Vereine Kirchengemeinschaften, aber alle NGOs, die versuchen, eben für die Gesellschaft tätig zu sein, das sind die Menschen und das sind die Gesellschaft.

00:00:09: Und der Staat sollte aus meiner Sicht unterstützend sein, weil wir den Freiraum schaffen den Menschen auch in Krisen, damit das Leben eben weitergehen kann.

00:00:21: Die NGO-Debatte.

00:00:23: Ein Podcast

00:00:24: von Victoria Strachwitz und Michael Seberich.

00:00:30: Willkommen zu einer Sonderfolge von die NGO-Debatte.

00:00:33: Da sind wir wieder.

00:00:35: Michael Seberich und ich, Victoria Strachwitz.

00:00:38: Warum eine Sonderfolge?

00:00:40: Weil der Stromausfall in Berlin etwas sichtbar gemacht hat.

00:00:43: Worüber wir sonst eher abstrakt reden?

00:00:45: Wie zivilgesellschaft funktioniert, wenn es drauf ankommt?

00:00:49: Genau, wir haben in der Folge eins über das Hochwasser gesprochen.

00:00:53: Und darüber wäre eigentlich so zum Zivilgesellschaft gehört.

00:00:56: Und jetzt ... passiert auf einmal der größte Stromausfall der Nachkriegsgeschichte.

00:01:01: Und da konnte man dann eben live beobachten, wer hilft, wer hält zusammen, wie schließen sich NGOs, Vereine, Kirchengemeinden und Hilfsorganisationen, wie schließen die ihre Lücken?

00:01:12: und wie arbeiten die dann auch mit dem Staat zusammen?

00:01:14: bzw.

00:01:16: wo arbeiten die, wo der Staatsleiter auch gar nicht so hinkommt.

00:01:19: Und unser Spoiler dabei durch Engagement und zwar schnell, pragmatisch und ohne Debatten im Ausschuss und

00:01:27: Ohne,

00:01:27: dass jemand Money spielt, kann es auch funktionieren.

00:01:32: Genau, und unser heutiger Gast, der steht beispielhaft für genau dieses Engagement.

00:01:38: Christian Popitz, Geschäftsführer des Sportfeins, zählen dort auf Achtundachtzig.

00:01:43: Einem Verein, der in diesen Tagen, man könnte was sagen, so eine Art sozialen Kraftwerk wurde.

00:01:48: Christian, schön, dass du damit... Ja,

00:01:50: schön, guten Morgen, schön, dass ich mitbrennen darf.

00:01:53: Freuen wir uns.

00:01:54: Christian, du hast ja ein vorbereitetes Gespräch schon so ein bisschen erzählt.

00:01:58: Du hättest also Fenster geschaut und auf einmal war die Straße dunkel, auf die du geguckt hast.

00:02:04: Da war dir klar, irgendwas stimmt nicht.

00:02:07: Was war da dein erster Gedanke?

00:02:09: und wie schnell war dir klar, wir müssen was machen?

00:02:12: Ja, also es ist ja morgens passiert, ich bin ganz normal relativ früh aufgewacht, habe einen Hund, geh mit ihm spazieren.

00:02:19: Ich selbst hatte Strom und war sehr verwundert, dass alles so ruhig war.

00:02:22: Telefonate dann bekommen, ja, Stromausfall.

00:02:24: Da denkt man natürlich, so was dauert nur eine halbe Stunde, vielleicht eine Stunde.

00:02:27: Dann habe ich aber mittags gemerkt, okay, das geht länger, dann kam es langsam an die Nachrichten und ... Dramatisch wurde.

00:02:33: oder man hat erst mal gesehen, um was es überhaupt geht, war es eigentlich erst nachmittags, als wir durch die Straßen gefahren sind.

00:02:40: Das war komplett dunkel.

00:02:41: Man hat nur noch Serien gehört.

00:02:42: Man hat aber wirklich gar nichts mehr gesehen.

00:02:45: Es war eine sehr bewölkte Nacht.

00:02:46: Also es war wirklich ... extrem.

00:02:49: Und da war völlig klar, jetzt müssen wir handeln, jetzt müssen wir helfen.

00:02:52: Und ich glaube, die Artik kam dann erst auf, als man gesehen hat, es ist niemand da, es ist kein Start da, es ist niemand da, der dann quasi helfen kann, sondern man ist quasi auf sich gestellt.

00:03:05: Ja.

00:03:06: Du hast ja dann innerhalb von wenigen Stunden irgendwie, als du kapiert hast, das hört jetzt nicht so schnell auf und es wird jetzt auch kalt.

00:03:16: Hast du Wärmeräume dann im Verein eingerichtet, Duschen geöffnet, Waschmaschinen bereitgestellt, Tee ausgeschenkt, Suppe gekocht.

00:03:25: Wie organisiert man das eigentlich, wenn im Hintergrund ja nichts funktioniert rundum?

00:03:29: Kein Strom, kaum Netz, keine Infos.

00:03:33: Genau, also begonnen hat das natürlich, dass so ein Verein ist natürlich in ganz vielen kleinen Gruppen organisiert, dass die Kommunikation erst mal stattfindet, dass ihn dann mal gesehen wird, so kann man direkt helfen, weil ich bin selbst auch Hockey-Trainer und habe Hockey-Mannschaften, ich betreue, habe Hockey-Spiele, Kinder.

00:03:49: Ich bin voll mit der ganzen Familie involviert.

00:03:51: Da erlebt man erst auf dem direkten Weg, das war ein Versuch zu helfen, zu sagen, wo kann man die Kinder unterbringen?

00:03:56: Das ist das Wichtigste, dass die erst mal versorgt sind.

00:03:58: Das war relativ unproblematisch, aber die Dramatik hat sich in dieser Nacht gezeigt am Samstag.

00:04:03: Und dann war klar, wir müssen eigentlich was machen, haben Sonntag dann gleich unter Haus geöffnet, haben das auf die Homepage gestellt, dass man gerne kommen kann.

00:04:10: Also nicht nur Mitglieder, auch die Nachbarn, sondern auch völlig klar, dass wir uns als Teil der Gemeinschaft sehen, der Gesellschaft.

00:04:15: der Daseinsvorsorge, dass alle, die eben Hilfe benötigen, bei uns vorbeikommen können.

00:04:19: Und dann haben wir eigentlich das ganz Sportar gemacht, unter Haus geöffnet, haben die Möglichkeiten auch als Verein, muss man ehrlicherweise auch sagen, dadurch, dass wir als Verein einen anderen Stromstrang angeschlossen sind, geht über die Belachbarten-Schulen, war das so, dass wir als Verein tatsächlich als einziger in der ganzen Straße, in der ganzen Viertel quasi Strom hatten, auch geleuchtet haben, also auch die Menschen, das gesehen haben, deswegen auch kommen konnten.

00:04:41: Bei uns ist nur das Internet ausgefallen.

00:04:42: Das war etwas schwierig der Kommunikation.

00:04:45: sich funktioniert.

00:04:46: Aber da war dann völlig klar, dann fangen wir einfach an und haben begonnen mit dem Gastronom zu sprechen, ob der eine Suppe kochen kann, dass so was da ist.

00:04:56: Und es ging dann aber relativ schnell.

00:04:57: Es waren ganz viele Menschen, die dann sehr schnell gesagt haben, wo kann ich helfen, wo kann ich was anbieten.

00:05:02: Und dann haben wir das organisiert, indem wir große WhatsApp-Kuppe aufgemacht haben, die auch jeder eintreten konnte und dann Informationen aufgetauscht wurden.

00:05:09: Und dann war das eigentlich ein Selbstläufer.

00:05:13: Spannend.

00:05:14: Aber das zeigt dann, muss man sich dann überlegen, was ist das größte Übung, kein Strom oder kein Internet?

00:05:20: Das Hauptthema war tatsächlich die fehlende Kommunikation, dass die Mobilfunkmasten ausgefallen sind, dass wir also selbst auch mit unseren Handys Mobilfunk nicht erreichen konnten und immer mal wieder völlig draußen waren.

00:05:32: Also das war schon bemerkenswert.

00:05:34: Das war wirklich eine Erfahrung wieder mal.

00:05:38: Also ich kann mich noch erinnern an den Tag und hab dann natürlich auch in der Zeitung und im Radio gelesen gehört.

00:05:44: Und dann hörte man eben von älteren Menschen, die nicht aus ihrer Wohnung kamen, Pflegedienste, die da inkurvidieren mussten.

00:05:51: Und natürlich am Ende ist das ja auch ein komisches Gefühl für Familien, die dann faktisch irgendwie so ein bisschen obdachlos sind, weil es einfach kalt wurde.

00:05:59: Und es war ja auch in der Zeit wirklich kalt in Berlin.

00:06:02: Wie viele Menschen konnte ihr dann konkret helfen und die unterstützen?

00:06:05: Und weißt du ungefähr, wie viele freiwillige Helfer da auf einmal an eurer Seite standen?

00:06:10: Ja,

00:06:10: das ist gar nicht so einfach in echten Zahlen zu beziffern.

00:06:14: Das war gerade am Sonntag Dutzende von Menschen, die zu uns gekommen sind, weil, wie gesagt, man musste sich überlegen, es war wirklich alles dunkel, alles kalt.

00:06:20: Nur wir als Verein, wir haben ja ein dreieinhalb Lektor großes eigenes Vereinsgelände, ein großes Vereinshaus, wir haben eine Viervertrag luftzale Tennis, auch die Gründe noch bespielt werden, die leuchtete quasi in der Dunkelheit.

00:06:32: Also quasi tatsächlich so, dass wir allein durch Licht viel Aufmerksamkeit herangezogen haben, kam über die Tage, kam immer Menschen, die haben da ihre Telefone mitgebracht, ihre Powerboots und so weiter, damit sie eben ihre Akkus laden können.

00:06:45: Und das haben wir denen einfach ermöglicht, haben die U-Teile-Kabinen, die ansonsten geschlossen sind und mit die Bittiskarten zu öffnen sind, die haben wir geöffnet, dass natürlich eben jeder, der möchte, da duschen kann.

00:06:55: Und das wurde natürlich in den Folgetagen immer mehr angenommen, das war an den Sonntag noch nicht ganz so wild, weil mal ein Tag ohne durch und das verkraften noch viele.

00:07:03: Aber in den nächsten Tagen war doch deutlich so ein Bedarf da zu sehen.

00:07:06: Und wie gesagt, es wurde ganz viel eben nicht zentral, sondern wirklich in diesen einzelnen Sportgruppen geholfen.

00:07:13: Da wurde mit deiner Gerede kommuniziert und auch ganz kleinem Dienstweg erledigt, sodass man das gar nicht so beziffern kann.

00:07:21: Es war wirklich viele Menschen, die gearbeitet haben, mitgearbeitet haben und viele Menschen wurden geholfen.

00:07:26: Aber wie gesagt, es war jetzt nicht von oben eine Zentrale, die das quasi alles dirigiert hatte, sondern es war einfach so, wir als Verein haben ein Freirom geboten und in dem Freirom konnten sich Menschen einbringen.

00:07:38: Und das war wirklich für die Menschen ein tolles Erlebnis.

00:07:41: Also nicht nur die, die Hilfe bekommen haben, auch die Menschen, die Hilfe geben können, auch für dieses erfüllend.

00:07:46: Und eine schöne, wertschätzende Ansprache, die man dann erhält, das ist etwas, was einem auch wirklich selbst ein Mehrwert bringt.

00:07:55: Das schweißt wahrscheinlich zusammen dann auch als Verein, oder?

00:07:58: Genau, das kann man tatsächlich so sagen.

00:08:02: Es liegt so ein bisschen in unserer Vereinsdienart, dass wir so sind.

00:08:05: Wir sind der größte Sportverein in dem Bezirk mit knapp oder guten dreitausend Mitgliedern, in zwölf Abteilungen organisiert.

00:08:12: Und in manchen Abteilungen machen wir ganz viel ehrenamtliche Tätigkeit.

00:08:15: Da werden Turniere organisiert.

00:08:17: Also das größte Fingsturnier Deutschlands Fingstrocketurnier in der Jugend.

00:08:20: Mit rund acht Teilnehmern wird von uns organisiert, wo die Menschen und Jugendlichen bei uns selten können und dann eben auch versorgt werden.

00:08:26: Also wir haben die Infrastruktur, um Menschen eine warme Suppe und Kaffee und Tee bieten zu können.

00:08:31: Und das haben wir natürlich dann eben auch entsprechend genutzt.

00:08:33: Und wir haben eben aber auch die Mindpower, dass Menschen gewohnt sind für andere Menschen, mal Kaffee zu gucken, mal für andere Menschen, in einem kleinen Bereich, aber im schaubaren Bereich, aber dort wirklich einfach zu helfen.

00:08:44: Und das ist eigentlich die Idee auf eines Vereins, dass man eben einfach ideell und selbstlos tätig ist.

00:08:48: Und das wird bei uns auch wirklich so gelebt.

00:08:50: Und daher war es für mich wirklich nicht ungewöhnlich, sondern es war einfach nur, man muss schauen, dass es strukturiert abläuft, dass natürlich die Räume geöffnet sind und dass das alles läuft.

00:09:01: Aber die Menschen, die helfen, die bieten sich mehr oder weniger auch von alleine.

00:09:08: Ich habe jetzt im Nachgang dann Sätze gehört und auch gelesen, wie Sportvereine waren in diesen Tagen soziale Heimat.

00:09:17: Was hat das mit dir gemacht?

00:09:18: Und hat sich dein Verein anders angefühlt in diesen Tagen?

00:09:23: Ja, in der Hinsicht schon, dass natürlich alle sehr hilfsbereit und sehr positiv waren, diese kleinen Themen, die man sonst so hat, wo man sich mal streiten kann, die waren völlig vergessen, sondern alle haben versucht.

00:09:35: die ich erlebt habe, haben versucht, zu helfen.

00:09:37: Die Tennis-Trainer haben ermöglicht, dass die Training weiter geführt wird, dass die Kinder abgelenkt werden.

00:09:42: Es durften auch Kinder mit teilnehmen, die nicht Mitglied in unserer Abteilung sind.

00:09:46: Einfach, damit man denen eine Ablenkung bietet.

00:09:48: Damit sie eben die Ängste und die Fragen der Erwachsenen quasi nicht so ganz ausgeliefert sind.

00:09:53: Und es war ja wirklich ... Die Ängste waren ja wirklich vorhanden.

00:09:57: Wann geht das Strom wieder an?

00:09:58: Was passiert mit unserem Haus?

00:10:00: Ist die Heizung danach kaputt?

00:10:01: Brechen die Wasserrohr?

00:10:04: Das waren wirklich viele Themen, mit denen die Menschen konfrontiert waren, die davon betroffen waren und den Kindern Abhängung zu geben.

00:10:12: Das hat auch für alle in der Leichtung gegeben.

00:10:14: Und man hat doch dann wirklich gemerkt, dass es in unserem Verein üblich ist, dass man mit Kindern positiv umgeht und dass ihnen den Freiräumen ermöglichen können.

00:10:24: Super, danke dir.

00:10:26: Gucken wir mal so ein bisschen, wie das mit anderen.

00:10:29: dann war im Stadtteil und der Zusammenarbeit.

00:10:32: Also wir hatten gelesen, dass die Malteser geschrieben haben, fünf Tage ohne Strom und wir Malteser seit dem Unterstrom.

00:10:40: Die haben dann noch mal darauf hingewiesen, wie wichtig der Schulterschluss war mit den anderen Hilfsorganisationen, mit den anderen Organisationen der Zivilgesellschaft.

00:10:47: Wie war das für euch im Kiez?

00:10:48: Habt ihr da auch mit den anderen Vereinen, mit Kirchen gemeinten?

00:10:52: anderen Nachbarschaftsvereinen, Institutionen und Hilfsdiensten gut zusammengearbeitet?

00:10:57: Ich würde sagen, es war wirklich ein positives Gutes nebeneinander, eben ohne jegliche Konkurrenz, sondern... Jeder hat eben versucht, seinen Teil zu geben, der ihm ermöglicht ist.

00:11:07: Und wir hatten, wie ich gesagt habe, eine große WhatsApp-Kuppe aufgemacht, an denen sehr viele Menschen drin waren.

00:11:12: In denen wurden alle angeboten, auch unser Nachbarverein, der Kirchen mit reingegeben, die immer ganz aktuell, wo bekomme ich was, wo steht der Kältebus?

00:11:19: Und diese Sachen wurden natürlich völlig frei bei uns kommuniziert.

00:11:24: Und wir haben uns gefreut, dass unser Nachbarverein, der Berliner Hockeyclub, hat auch eine Kinderbetreuung angeboten.

00:11:29: Das heißt, wir gemerkt haben, es waren bei uns so viele, haben wir drüben nachgeführt.

00:11:33: Es war auf einer breiten Ebene ein positives Miteinander und Nebeneinander, ohne dass einer dem anderen vorgeschrieben hat, wie er es zu machen hat, sondern alle haben das eingegeben, was sie in dem Moment leisten zu können.

00:11:46: Und dann hat es ganz gut funktioniert.

00:11:47: Es war auch so, auch die Staatschenstellen haben sie an uns gewandt.

00:11:50: Die Sportamt-Leiterin hat uns gebeten, in unseren Gruppen Aufrufe für Helfertätigkeiten zu stellen, damit eben die Notunterkünfte auch mit Freiwilligen besetzt werden.

00:12:01: Und natürlich wussten sie, dass wir sind die Sportvereine, die über die Kontakte, über den Zugang zu den Menschen verfügen.

00:12:08: Und das hat wirklich miteinander gut funktioniert.

00:12:12: Wo hat es denn gehakt, als es ernst wurde?

00:12:14: Gab es auch irgendwas, was nicht funktioniert?

00:12:16: Das klingt jetzt alles so wunderbar.

00:12:18: Ja,

00:12:19: was tatsächlich wirklich stören war und was wir erlebt haben, ist eben die feine Kommunikation.

00:12:23: Und das ist immer ein Thema, das erlebe ich auch im Alltag miteinander.

00:12:28: Aber es ist tatsächlich so geworden, der Informationslos hat nicht funktioniert.

00:12:32: Also wir wussten am Samstag.

00:12:33: Da gehen auch gar nicht A, wie es weitergeht, wie ist der Sachstand.

00:12:36: Vielleicht konnte man uns das auch nicht betragen, vielleicht wusste es auch wirklich tatsächlich niemand.

00:12:40: Aber es war natürlich so, dadurch dass auch die Mobilfunknetze ausgefallen sind, fühlten sich viele Menschen sehr vereinsamt und sehr hilflos.

00:12:48: Das ist ein Thema, das sollte doch der Staat wirklich für sich prüfen, wie sie zumindestens den Zugang den kommunikativen Zugang zu den Menschen erhält.

00:12:57: Da waren auch die Radiosender auf meiner Sicht nicht nur hilfreich, sondern auch da wurde viel zu wenig über dieses Thema gesprochen, weil natürlich es nur ein begrenzt zu anderen Menschen betroffen hat, aber für die wäre es natürlich sehr, sehr wichtig gewesen, ganz viel, ganz aktuell informiert zu werden, auch da die Möglichkeiten gegeben zu bekommen, wo kann ich Hilfe bekommen, welche Vereine haben offen.

00:13:18: Das hat mir tatsächlich gefehlt und das ist natürlich also ... Auch im Nachgang wäre es natürlich auch schön, wenn gewertschätzt wird, was eben die vielen Zivilorganisationen und die Zivilgesellschaft geleistet hat.

00:13:32: Haben wir auch erlebt in der vorliegenden Krise, in der Corona-Krise.

00:13:38: Wo viel immer nur über Probleme und Streitigkeiten geredet wird, aber eigentlich gar nicht gesehen wird, was im Hintergrund, wie viel Positives auch geleistet wurde, was die Sportvereine sich eingesetzt haben, dass den Kindern eine Möglichkeit wird, noch an der Gesellschaft teilzunehmen.

00:13:54: Wir haben Videocalls gemacht, wir haben in den ganzen Auflagen möglich war.

00:13:59: Trainingsprogramm für zwei Kinder aufgebaut für vier Kinder und da haben die Trainer sich kostenfrei und selbstlos da wirklich engagiert und gemacht getan, dass irgendwie weitergeht und als es dann wieder angefangen hat, der Sportbetrieb wieder losgegangen ist, haben wir gesehen, das haben ja ganz viele gemacht, versucht alles aufrecht zu erhalten.

00:14:15: und das kommt wirklich in der ganzen Thematik, liebe Werte, ich diese Zeit viel zu kurz, was einfache Menschen leisten, einfach weil sie es leisten möchten, weil einfach Das ist so auch mein Menschenbild.

00:14:29: Viele Menschen wollen eigentlich positiv sein.

00:14:31: Viele Menschen wollen hilfsbereit sein.

00:14:33: Und es fehlt Ihnen ganz oft einfach auch nur der Raum und die Möglichkeit, es zu sein.

00:14:39: Das sollte man wirklich der Zukunft auch noch mal thematisieren.

00:14:42: Wie begucken man das hin, dass man das zusammenfühlt?

00:14:46: Ja, das geht ja eigentlich auch mit einer Wertschätzung.

00:14:49: Aber da wäre meine Frage nochmal an dich, Christian.

00:14:51: Habt ihr denn dann nach Corona Habt ihr euch da mit anderen, tauscht man sich da mit anderen Sportvereinen auch nochmal aus?

00:14:58: Also lernt man eigentlich auch aus dem, was man gemacht hat?

00:15:02: Das war ja doch alles eher sehr spontan, ja?

00:15:04: Da gibt's ja was vermutlich, ich hab ja keinen Plan, den ja aus der Schubladen zieht.

00:15:08: Stromausfall, jetzt machen wir A, B und C, ja?

00:15:11: Ja, nein, das ist einfach völlig klar, was wir gelernt haben und Corona ist, dass wir es sind, die es machen müssen und damit jemand machen.

00:15:18: Es gibt eben keinen anderen, es gibt keinen Staat, der allwegenwärtig und allfür sorglich ist, sondern in so einer Krisensituation.

00:15:25: braucht man eine breite Bürgerbeteiligung, dass jeder in seinem Rahmen versucht, zu helfen und diese Bereitschaft besteht auch.

00:15:32: Und ich glaube, das ist das, was man lernen muss, dass der Staat natürlich Krisensetzungen, also der muss natürlich eingreifen, dass Menschen aus den Pflegeheimen rausgeholt wird.

00:15:41: Das kann nur ein Staat organisieren.

00:15:43: Es kann auch organisieren, dass Nordschumacke gerade liefert werden.

00:15:46: Aber ansonsten muss er eben ermöglichen, dass eben... in den Vereinen, in den Kirchen gemeinten, dass da aktives Leben stattfindet, dass, wenn man wirklich mal Hilfe braucht, dieses Leben auch vorrätig ist und man dann auch darauf zugreifen kann.

00:16:00: Und ich glaube, das ist das, was man immer wieder unseren Politikern darstellen muss, der ganz große Schatz, den wir haben, sind einfach unsere Mitmännchen.

00:16:08: Und dass man eben rankommt, das ist der Aufgabe oder bzw.

00:16:13: eben die Zielgesellschaft ermöglicht, dass sie eben die Kontakte hat und dass man dann insgesamt zusammenarbeitet.

00:16:20: Du bist Geschäftsführer eines großen Sportvereins, ja.

00:16:23: Also formal Geschäftsführer, nicht der Vereinsvorsitzende oder so.

00:16:27: Genau.

00:16:29: Also eigentlich ist das quasi Arbeit, nicht Freizeit.

00:16:34: In solchen Tagen Arbeit und bürgerschaftliches Engagement verschwimmt das dann.

00:16:38: oder ist eben so eine Trennung, so eine Trennung insgesamt künstlich oder ist die in so einer Situation künstlich?

00:16:45: Ja, also es ist natürlich so.

00:16:47: Also wenn man... Hauptamtlich im Sport tätig ist.

00:16:50: Dann weiß man A, dass man nicht reich wird, normalerweise.

00:16:53: Und B, weiß man natürlich, dass man zu zweit tätig ist, in dem andere Menschen Freizeit hat, weil dort treiben sie den Sport und dass man natürlich Abendtermine hat und Wochenendtermine hat, dass es nichts Ungewöhnliches ist.

00:17:04: Bei so einer Klinikstation verschwingt es natürlich, weil man natürlich klar sieht, es muss sich ja jemand, den, wie ich ja vorhin schon gesagt habe, den Freiraum öffnen, damit Menschen helfen können.

00:17:13: Also muss es jemand geben, der sich darum kümmert, dass eben das Haus aufgeschlossen wird, dass eben Getränke da sind.

00:17:18: dass eben der Gastronom informiert wird.

00:17:20: Also es braucht eben Menschen, die im Hauptamt tätig sind, der eben die Kontakte hat, damit das eben strukturiert ablaufen kann.

00:17:25: Aber der hat eben nicht die Aufgabe quasi, sich jede Einzelheit zu kümmern, sondern er muss den anderen Menschen oder den Mitgliedern ermöglichen, selbst tätig werden zu können.

00:17:35: Und das ist eigentlich die Kunst in einem Sportverein.

00:17:37: Das macht einen fein eigentlich auch erfolgreich oder weniger erfolgreich, ob einem das gelingt, ob das Ehrenamt, das ist... immer so im Sportverein, das ist eigentlich die treibende Kraft.

00:17:46: Aber es braucht eben eine Struktur.

00:17:48: Und die Struktur gibt die Geschäftsführung.

00:17:49: Und wenn das funktioniert, dann läuft es an Vereinen gesund und dann kann man eben solche Situationen auch eingreifen.

00:17:54: In so einer Situation ist man natürlich als Geschäftsführer verpflichtet, im Einzug greifen.

00:17:59: Und das verschwindet natürlich damit den wirklichen Engagement.

00:18:01: Ich würde es natürlich auch als Ehrenangler machen.

00:18:04: Aber völlig klar ist natürlich, dass die Erwartungshaltung ist, dass man dann eben hilft und unterstützt.

00:18:10: Solche Krise.

00:18:11: zeigen wir ja dann scheinbar noch mal was ganz anderes.

00:18:14: Und zwar, dass Sportvereine ja ein Teil von sozialer Daseinsvorsorge sind.

00:18:18: Du hast es vorhin so ein bisschen schon als das bürgerschaftliche Rückgrat, glaube ich, bezeichnet.

00:18:24: Spielt das für dich da auch noch mal eine wichtige Rolle.

00:18:26: Das ist eben nicht nur die Bewegung und das gemeinsame Bewegen, sondern da ist es dann wirklich auch, dass Organisieren vor Ort sein, in der Wissenschaft würden Sie mal sprechen, dass es da soziales Kapital gibt, das man nutzen kann.

00:18:39: Genau, so sehe ich das tatsächlich.

00:18:40: Also es ist, wer am Sport tätig ist, der macht es ja meistens, weil er natürlich eine sinnstiftende Aufgabe ausüben möchte.

00:18:48: Er möchte Menschen ermöglichen, eine schöne Zeit zu haben, gesund zu verhalten, einfach Komikationsräume freizumachen, dass das Leben tatsächlich noch im analoben Bereich und eben nicht nur digital noch stattfinden kann.

00:19:01: Und das halte ich für sehr, sehr wichtig.

00:19:02: So glaube ich auch, dass eben das nur funktionieren kann.

00:19:08: Jetzt müssen wir kurz über was sprechen, dass manche irritiert hat.

00:19:11: Und ich glaube, du hattest wahrscheinlich in diesen Tagen gar keine Zeit, das zu hören.

00:19:14: Vielleicht ist es im Nachgang, die zugetragen worden.

00:19:18: Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Manuel Ustermann hat im Zusammenhang mit dem Stromausfall und den Konsequenzen, die seiner Meinung nach daraus gezogen werden sollten, gesagt, unter anderem.

00:19:31: Wir müssen im Übrigen auch mal die ganzen Finanzströme von Steuermiljaden bei NGOs hinterfragen.

00:19:37: Und das sagt er jetzt also genau in der Woche in der NGOs für eine Kirchen Hilfsdienste buchstäblich Tag und Nacht geholfen haben, so begekocht haben, Powerbanks aufgeladen haben, Wäsche gewaschen haben.

00:19:48: Jetzt bekommt ihr Verein, denke ich mal, auch öffentliche Förderung.

00:19:53: Wie fühlt man sich, wenn man gerade Tee ausschenkt und betten organisierten fremde Menschen beherbergt und dann hört man sowas?

00:19:58: Ja, also meine ist natürlich tatsächlich sehr erstaunt.

00:20:02: und wundert sich, warum dieser Mensch das in dieser Situation so kommunizieren muss.

00:20:07: Es ist natürlich, aus meiner Sicht, ganz oft gesagt, völliger Unsinn.

00:20:10: Also Vereine, Kirchengemeinschaft, aber alle NGOs, die versuchen eben für die Gesellschaft tätig zu sein, das sind die Menschen und das sind die Gesellschaft und der Staat sollte aus meiner Sicht unterstützend sein, weil wir den Freiraum schaffen den Menschen.

00:20:25: auch in Krisen, damit das Leben eben weitergehen kann.

00:20:28: Und daher finde ich das natürlich völlig unmöglich.

00:20:31: Und wir kriegen Förderung, das ist natürlich so.

00:20:34: Das heißt, wir kriegen in Berlin, das ist sehr gut.

00:20:37: Er kostenfreihe Sportchanterfügung gestellt, haben natürlich aber ein eigenes Vereinsglän, das auch gepflegt werden muss.

00:20:42: Wir sind... ideell tätig.

00:20:43: Das heißt, wir sind natürlich auch steuerlich rechtlich vorzugt.

00:20:46: Aber wir leben es eben auch.

00:20:48: Und das ist der eine der wenigen Punkte, die wir noch so erleben, wo Menschen wirklich selbstlos tätig sind, wo sie einfach machen, weil sie an das Gute der Sache glauben.

00:20:55: Und dass das dann tatsächlich von jemand aus der Polizeigewerkschaft in Frage gestellt wird, ist für mich tatsächlich befremdlich.

00:21:03: Du

00:21:06: hattest ja schon gesagt, dass das eine Thema, wo du gesagt hast, da habt ihr was gelernt, das ist das mit der Kommunikation, also zwischen Staat und den Vereinen etc.

00:21:16: Gibt es da noch einen anderen Punkt, wo du sagst, das ist auch noch etwas, was ich mitnehmen würde oder wo ich sagen würde, da haben wir noch mal jetzt in den letzten Tagen was gelernt in der Zusammenarbeit, wo noch was mitgeben kann, was man vielleicht beim nächsten Mal besser machen kann.

00:21:30: Ja, dass es tatsächlich für den Staat ein Segen sein sollte, dass es Organisationen wie uns gibt, dass wir gut funktionieren und dass sie auf uns dann im Notfall zurückgreifen können.

00:21:43: Es wird ein allumfassender Staat, der jeder Krisenstation auf alle Menschen zugreifen kann.

00:21:48: Das ist, glaube ich, kein Staat, an dem wir alle leben möchten.

00:21:51: Sondern es muss immer eine Abgrenzung geben, es muss immer eine Zivilgesellschaft geben, die sich auch selbst organisiert.

00:21:56: den Raum dieser Umsetzung, den muss der Staatsverfügung stellen.

00:22:00: Das geht dann eben auch darum, dass man eben... entweder steuerlich befreit beziehungsweise, dass man eben eine Förderung ermöglicht, damit eben, dass alles funktioniert.

00:22:08: Und das ist eben ganz entscheidend, dass wir nicht ein Luxus sind, das der Staat nicht erlebt, wir sind ein Thema, an und abstellen kann, wie ein Gratis nach Budget passt, sondern wir sind ganz ein elementarer Teil der Daseinsvorsorge und wir sind die, die die Gesellschaft am Laufen halten, die den Menschen eine sinn erfüllte Leben ermöglichen.

00:22:29: und dass sie sich eben da auf Erfinden und Treffen kommunizieren können.

00:22:33: Und das sollte eben vom Staat in Zukunft auch gewertschätzt werden.

00:22:36: Das ist A, was ja immer wieder passiert, öffentlich gewertschätzt wird, aber B eben auch der Freiraum für diese Zivilisationswirtschaftsprei gehalten wird, wird gleich damit wir eben existieren können.

00:22:49: Wenn man jetzt eben auch die ganzen Nachbarn plötzlich mit versorgt und lauter, vereinsfremde Leute, habt ihr Mitglieder gewonnen?

00:22:58: Das ist natürlich sehr kurzfristig.

00:23:00: Bei uns dürfen alle Menschen vier Wochen mindestens Probetraining machen, bevor sie sich überhaupt entscheiden müssen.

00:23:06: Wir haben einen relativ guten Zulauf.

00:23:08: Wir sind wirklich ein Teil der zehn Dorfabevölkerung.

00:23:11: Also sehen wir uns auch.

00:23:12: Wir haben von Kindertouren, Eltern-Kind-Touren, dass er für die zwei bis drei jähren.

00:23:16: Bis zum Herzsport bieten wir wirklich für alle Altersgruppen an.

00:23:19: Also wir haben Seniorenfreizeitsport.

00:23:20: Das heißt, man kann durchgehend sein Leben bei Z-Achten-Achzeh sportlich sind erfüllt gestalten.

00:23:25: Wer von den Nachbarn jetzt sagt, okay, das war jetzt ein Grund.

00:23:29: Ich möchte deswegen eintreten.

00:23:32: Das kann ich natürlich so jetzt nicht sagen, was ich mal bekommen habe.

00:23:34: Das ist sehr nett.

00:23:35: Ich habe errührende E-Mails bekommen, auch E-Mails.

00:23:37: Ich soll bitte meinen Konto nennen.

00:23:38: Sie würden gerne spenden.

00:23:39: Sie würden es gerne anerkennen.

00:23:40: Also wie haben wir tatsächlich bekommen?

00:23:43: Freut einen natürlich, aber das ist natürlich nicht der ersten Weggrund gewesen, so zu handeln, sondern es geht einfach darum, dass man merkt und sich darüber freut, dass gewertet wird, dass man handelt.

00:23:54: Du hattest ja vorhin schon gesagt, dass du selber auch Hockey-Trainer bist.

00:23:58: Ich vermute mal, du hast auch früher mal Hockey gespielt.

00:24:01: Aber das ist immer die Frage, wo hat denn für dich das erste Mal dieses Engagement begonnen in deinem Leben?

00:24:06: Also, wo hat das angefangen, eine wichtige Rolle zu spielen?

00:24:10: Ja, ich bin natürlich von mir ja vorgeprägt.

00:24:14: Schon meine Großeltern und Eltern haben viel ehrenamtliche Tätigkeit gemacht.

00:24:19: Mein Vater war in der Politik tätig, war Oberbürgermeister einer Stadt in Frankenthal, in Rellernpfalz.

00:24:25: Das heißt, ich habe viel erlebt, dass in meiner Familienherkunft daraus, dass man mithilfe mitarbeitet, dass es eine Selbstverständlichkeit ist.

00:24:32: Und wie das eben so ist, weil ich war selbst ein relativ erfolgreicher Hockey-Spieler.

00:24:36: Ich habe dann aber gemerkt, ich möchte gerne das weitergeben.

00:24:38: Ich bin dann relativ jung Trainer geworden.

00:24:40: Dann fehlte jemandem Vorstand, wie das immer so ein Verein ist.

00:24:43: Und dann habe ich die Vorstandtätigkeit aufgenommen, habe gemerkt, okay, gut.

00:24:47: Das kann man alles optimieren.

00:24:49: Ich habe eine Ausbildung gemacht als Vereinsmanager beim Landessportbund.

00:24:51: Es ist auch sehr schön, dass der das anbietet, um das zu verstärken.

00:24:56: Und bin dann im Jahr und acht Geschäftsführer geworden.

00:24:58: Einfach, weil ich gemerkt habe, dass ist das, wo ich eine innere Zufriedenheit bekomme.

00:25:03: Weil ich einfach merke, es macht Spaß mit Menschen.

00:25:06: positiv zu tun zu haben, dass mein Menschen einzeln erfüllt das Hobby zu geben, Kindern ermöglichen, vernünftig aufzuwachsen.

00:25:13: Also, da sind ganz viele Positivpunkte, die man eben daraus bekommt.

00:25:16: Und das war eigentlich so für mich.

00:25:20: eigentlich nie eine große Frage, ob ich es mache, sondern war tatsächlich oftmals vielleicht wie und wo ich es mache.

00:25:26: Aber dass ich das machen möchte, das ist, glaube ich, bei mir schon ganz lange hinterlegt.

00:25:32: Super, danke dir, Christian.

00:25:33: Das ist echt super hilfsreich.

00:25:36: Und einfach noch mal sehr, sehr spannend.

00:25:38: Und danke auch noch mal dir, ganz aktiv für deinen Engagement.

00:25:41: Okay, schön, danke.

00:25:42: Auf jeden Fall.

00:25:44: Bevor wir jetzt zum Schluss kommen in dieser Folge, wollen wir noch mal drei Dinge sortieren, wie jedes Mal, die in solchen Krisen reflexartig gesagt werden und die meistens eigentlich nur zur Hälfte stimmen.

00:25:56: Wir versuchen mal, die andere Hälfte zu liefern.

00:25:59: Also, wenn gesagt wird, dafür ist doch eigentlich der Staat zuständig.

00:26:04: Ja, aber ... Krisenzahlung halt gnadenlos, der Staat hat Reichweite, die Zivilgesellschaft hat Nähe.

00:26:10: Und ohne Vereine, Kirchengemeinden, Hilfsdienste und nach Baschasten werden große Teile Berlins buchstäblich kalt geblieben.

00:26:15: Und ich glaube, das Beispiel von Christian und von Z-Achden-Achzig, wie ich jetzt gelesen habe, zeigt das ja gut.

00:26:23: Sportvereine sollen doch Sport machen, nicht Sozialarbeit.

00:26:27: Ja, in der Realität machen sie aber immer beides und zwar besser als viele es wahr haben wollen.

00:26:32: Vereine sind eben, das haben wir jetzt auch an diesem Beispiel gesehen, auch Teil der sozialen Infrastruktur.

00:26:37: Sie kennen ihre Nachbarn, ihre Leute, sie kennen den Kiez und sie reagieren schnell auch in der Krise.

00:26:43: Naja, aber bei einem Geschäftsführer im Sportverein ist das doch ein einfach Teil des Jobs, oder?

00:26:49: Ich glaube, Christian hat ein sehr gut gezeigt, dass Engagement auf professionelle Koordinierung notwendig hat.

00:26:56: Und dass da auch vieles gemacht wird, dass überhaupt in keinem Arbeitsvertrag steht.

00:27:01: Das zeigt sich jetzt halt auch wieder in der Krise.

00:27:03: Wärmeräume, Duschen zur Verfügung stellen, Kinderbetreuung etc.

00:27:07: Das war nicht nur Job, das ist auch Engagement.

00:27:09: Und auf der anderen Seite bleibt halt, gutes Engagement braucht auch Profis, die es ermöglichen.

00:27:17: Ja, also vielen Dank, Christian, dass du uns das alles so anschaulich geschildert hast.

00:27:21: Vielen Dank, dass ich ein Gespräch teilnehmen durfte.

00:27:23: Das war

00:27:24: unsere Sonderfolge.

00:27:25: Ein Blick darauf, wie TV-Gesellschaft funktioniert, wenn es ernst wird.

00:27:29: Wir sagen danke an alle, die geholfen haben, sichtbar und unsichtbar.

00:27:33: Und wir danken vor allem auch hier Christian noch mal und für das Engagement von seinen Vereinskollegen und für all die anderen Menschen, die während des Stromausfalles in Berlin sich engagiert haben, sich eingebracht haben, etc.

00:27:47: In der nächsten regulären Folge in zwei Wochen sprechen wir mit Christina Tillmann, Vorstehende der ADAC-Stiftung, darüber, ob Staat und Demokratie Zivilgesellschaft anrufen.

00:27:56: Ein

00:27:58: bisschen, was haben wir heute schon gelernt, würde ich sagen.

00:28:01: Abonniert uns.

00:28:02: Die NGO-Debatte geht uns alle an.

00:28:05: Das war

00:28:07: die NGO-Debatte.

00:28:08: Eine Produktion

00:28:09: der Metzenater-Stiftung

00:28:11: und Wider

00:28:12: Sense.

00:28:13: Redaktion und Konzept, Victoria Strachwitz und Michael Seberich.

00:28:18: Gefördert von der Robert Bosch Stiftung und der Schöpflin

00:28:23: Stiftung.